Der innere Aufbau der Gruppe

Über die interne Organisation der Gruppe ist wenig bekannt. Nach eigenen Angaben gibt es bei ihnen keine organisierte Struktur und keinen Leiter. Allerdings schien der Gründer, Gottfried Holic, die langjährigen Mitglieder Josef Aufreiter, Gottfried P. und Franz K. sowie vor Ort die "älteren Geschwister" doch eine gewisse Führerfunktion auszuüben. Der Gehorsam "älteren Geschwistern" gegenüber macht den Einzelnen zu einem "entschiedenen Christen", denn durch diese Personen spräche der Heilige Geist. Von der Gruppe selbst wird allerdings erklärt, dass die Älteren Geschwister durch ihre größere Erfahrung beratend, aber nicht bestimmend mitwirken. Nach dem Ausschluss von Gottfried Holic scheint Josef Aufreiter eine führende Rolle in der Gruppe übernommen zu haben.

Nach Aussage der Gruppe gäbe es bei ihnen keine Regeln und Befehle. Treten Meinungsverschiedenheiten auf, dann werde in der Gruppe so lange diskutiert, bis alle einer Meinung sind. Schon kleine Zweifel werden in ausführlichen Einzel- oder Gruppengesprächen behandelt. Wer sich danach nicht fügt, hat mit eventuell harten Konsequenzen rechnen, die bis zum Verstoßen des Unbotmäßigen gehen können. Hier kann es dann doch zu erheblichem Druck durch die Gruppe kommen. Wirklich individuelle Entscheidungen werden im Laufe der Mitgliedschaft immer seltener. Ein agree-to-disagree (Wir sind uns einig, dass wir verschiedene Meinungen haben) ist nicht möglich. Einem früheren Anhänger wurde das sinngemäß gesagt. "Wenn du nicht das annimmst, was wir sagen, sondern dich gegen uns als Gruppe stellst, begehst du die Lästerung des Heiligen Geistes."

Gerade neuen Mitgliedern gegenüber wird in Diskussionen vor allem die derzeitige Praxis der Gruppe mit biblischen "Argumenten" verteidigt. Ein Lernprozess, der zu einer Veränderung der Gruppenpraxis führt, ist sehr selten und nur in Randbereichen zu erwarten (wie z.B. bei der Art der Ernährung, wo sich der Schwerpunkt mehr auf biologische Lebensmittel verschoben hat).

Auch viele andere Dinge erfährt das Gruppenmitglied subjektiv als freiwillig. Z. B. ist es durchaus möglich, dass jedes Gruppenmitglied sein Konto weiterhin behält, auf das auch sein Gehalt fließt. Er versteht es aber nicht als sein Privateigentum, über das er nach Gutdünken verfügen kann, sondern setzt es natürlich für die Gruppe ein. So bezahlt heute einmal der eine den Einkauf, morgen dann ein anderer ... Bei großen Anschaffungen (Kleinbusse) wird dann zusammengelegt. Auch hier spürt man das Bemühen, möglichst keine festen Strukturen aufkommen zu lassen (jeder soll Verantwortung tragen, es soll nicht einer das Geld für alle verwalten).