Entgegnung der Holic-Gruppe auf diese Seiten

Eine Entgegnung auf die auf diesen Seiten zu findende Beschreibung wurde von der Gruppe verfasst und im April 2001 ins Internet gestellt. Ebenso wie bei anderen Sekten sehe ich kein Problem darin, auch einen Link zu der Gruppe selber zu legen. So kann sich der Leser über die unterschiedliche Sichtweise informieren und selber ein Bild machen. Sie finden die Selbstdarstellung der Holic-Sekte unter folgendem Link: http://www.defamed-but-true.de

(Interessanterweise habe ich auf den dortigen Seiten keinen Link zu der Darstellung auf diesen Seiten gefunden - obwohl man sich in der Entgegnung ständig darauf bezieht. Man möchte wohl nicht, dass ein Leser dieser Entgegnung sich einmal selbst über die Kritik informiert. Ein souveräner Umgang mit Kritik sieht sicher anders aus.)

Überhaupt besteht gegenüber dem Verfasser dieser Seiten ein starkes Feindbild. Ein ehemaliges Mitglied beschrieb es so: "Die Holic-Gruppe bezeichnet Sie (den Verfassser) auf jedenfall auch als ihren Feind. 
Es wurde mir an einem Punkt von der Gruppe offenbart, dass es andere Leute von außen gibt, die sie als Sekte bezeichnen. Das geschah aber erst, als ein gewisses Vertrauen da war. Es wurde mir auch erzählt, dass es Mitglieder gab, die sich an ihren Feind gewendet haben (ohne den Namen zu nennen) und daher (so wurde es nicht wörtlich gesagt aber war es gemeint) "persona non grata" sind, eigentlich sogar "abgefallen vom Glauben". "

Eine kritische Bewertung der dortigen Darstellung bzw. Kommentar dazu finden Sie hier unten. Sie ist zur Zeit noch im Entstehen, und wird im Laufe der Zeit vervollständigt.

Kommentar zur Selbstdarstellung der Holic-Gruppe

Die Zitate von der Homepage der Holic-Gruppe, auf die ich mich jeweils beziehe, sind kursiv dargestellt.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die von der Gruppe verfasste Selbstdarstellung mit dem Blick auf die Öffentlichkeit außerhalb der Gruppe geschrieben ist - man also in Formulierungen und Aussagen schon bedacht hat, sich selbst möglichst positiv darzustellen. Als Ergänzung wären die anderen Texte dieser Rubrik (Selbstdarstellung/Originale) zu sehen. Vor allem in den verschiedenen Briefen tritt einem die Gruppe doch unverschleierter gegenüber. Allerdings spürt man auch an vielen Stellen ihrer Darlegung das hassgeprägte Feindbild gegenüber anderen christlichen Gemeinschaften und Kirchen.

Nun aber zu dem Text der Gruppe:

Allgemeines: Da manche Vorwürfe aber im direkten Widerspruch zur Wirklichkeit stehen, halten wir es für angebracht, eine Gegendarstellung zu liefern, die es interessierten Menschen erlaubt, beide Seiten kennen zu lernen.

Die Gruppe sieht sicher einen Widerspruch zu ihrem Selbstverständnis bzw. dem Bild, was sie von sich hat. Ob die Gruppe wirklich einen Widerspruch zur Wirklichkeit nachweisen kann, überlasse ich dem Urteil der Leser. Wenn Sie aber möchte, dass "interessierte Menschen beide Seiten kennen lernen" sollen, müsste sie auch einen Link auf die "andere Seite" legen. Diesen Link sucht man auf ihren Seiten aber vergebens (Stand 29.4.01). Anscheinend hat die Gruppe nicht den Mut, den, der zufällig auf ihre Seiten stößt, auch auf die Kritik an ihrer Gruppe hinzuweisen. Das Vertrauen in die Überzeugungskraft der eigenen Argumentation scheint nicht sehr groß zu sein.

Während der Ausarbeitung dieser Stellungnahme, hat Kluge Veränderungen an seinem Werk vorgenommen. Es sind auch im Internet verschiedene Versionen abrufbar.

Diese Information ist falsch. Die letzten inhaltlichen Veränderungen aufgrund neuerer Informationen liegen über ein Jahr zurück (Stand April 2001), die Aktualisierungen der letzten Zeit beinhalten neuere Informationen zur Verbreitung der Gruppe. Auch bleibt die Gruppe den mittels Link leicht zu führenden Beweis schuldig, wo verschiedene Versionen abrufbar seien. Die Gruppe bezieht sich in ihrer Beschreibung teilweise auf eine Version, die über 5 Jahre zurückliegt.

Manche Hinweise sind ohne die Kenntnis des besprochenen Werkes unverständlich. Aber wir hoffen, dass trotz mancher Unklarheiten auch der, der Kluges Schrift nicht kennt, Klarheit gewinnt über die als Sekte verschrieene Gemeinde Gottes.

S.o. - diesem Problem hätte man mit einem einfachen Link auf das besprochene Werk begegnen können - wenn man wirklich daran interessiert wäre, dass der Leser beide Seiten kennen lernen soll, um sich dann ein eigenes Urteil zu bilden.

Zur Entstehung der Gruppe: Gründer und Leiter ist einzig und allein Jesus Christus. Entstanden ist "die Gruppe" im Mai 30 (näheres nachzulesen in Apg 2).

Das mag dem Selbstverständnis der Gruppe entsprechen. Für einen außenstehenden Beobachter wird aber mit der Person von Gottfried Holic und der Gründung seiner ersten Wohngemeinschaft doch der Beginn einer eigenständigen Gemeinschaft deutlich.

Keiner der Beteiligten hatte damals die Absicht, "eine Gruppe" zu gründen. Dieser Gedanke war uns fern. Es ist ein Akt menschlichen Hochmuts, wenn jemand seine eigene Gruppe oder Gemeinde gründen will.

De facto ist diese Gründung aber geschehen. Und ein Grundzug der Holic-Gruppe ist es ja, anderen christlichen Gemeinschaften das Christentum abzusprechen. Die Gruppe sieht sich selber in ihrer Struktur und Lebensweise als allein mögliche Verwirklichung des Christentums - wie sie kurz später ja auch sagen: So mussten wir nach einigen Jahren zur Kenntnis nehmen, dass es die Gemeinde der Gläubigen in unserem geographischen Raum nicht gab und dass wir nach Gottes Willen das waren, was wir woanders vergeblich gesucht haben: die Gemeinde Gottes in Wien.

Die Gründung einer Wohngemeinschaft sollte nicht mit einer Gruppengründung verwechselt werden.

Von einer Gruppengründung muss man schon sprechen, wenn damit eine gegen andere abgegrenzte religiöse Gemeinschaft mit bestimmtem Lebensstil und Lehrinhalten entsteht.

Warum man weiter Theologie studierte: Es ist nicht richtig, dass das Ziel des Theologiestudiums nur das Sammeln von Informationen gegen die "anderen Kirchen" war.

Diese Information kam aus Österreich. In der Zeitschrift "stud. theol", Wien, Nr. 20 (2/1982) S. 19, Artikel "Wahre Christen" heisst es dazu: "Befagt, warum sie, wenn sie die katholische Kirche ablehnen, katholische Theologie studieren, bekommt man die Antwort: Dieses Studium dient der Information, um später besser argumentieren zu können."

Allerdings ist aus seiner Darstellung auch bemerkbar, dass er einfach das Negative suchte, dass er Dinge, die grundsätzlich positiv sind, als kritikwürdig darstellte.

Vermutlich spielt der Gruppe hier ihre eigene Wahrnehmung einen Streich.  Sie scheinen oft zu meinen - wie weiter unten zu sehen ist - dass jede fremde Darstellung ihrer Gruppe gleich Kritik sei, dass also auch die beschreibende Erwähnung normaler Dinge ihres Lebens bzw. ihrer Lehre einen Angriff bedeute.

Die Methode, einzelne, oft auch aus unsicherer Quelle stammende Aussagen heranzuziehen, um daraus "die Lehre der Gruppe" abzuleiten, ist unseriös und eines Theologen nicht würdig.

Da die Gruppe kein schriftliches Material veröffentlicht, ist man natürlich auf Aussagen und Berichte angewiesen. Wenn aber die Berichte aus verschiedensten Quellen und von unterschiedlichen Personen übereinstimmen, ergibt sich doch schon ein einigermaßen treffendes Bild. Auch aus den (auf diesen Seiten zu findenden) Erlebnisberichten ehemaliger Mitglieder und den Briefen, die aus der Gruppe stammen, kann man sich wohl ein gutes Bild machen.
Die Gruppe hat auch nie auf die Aufforderungen des Verfassers (seit 1995) reagiert, doch zu angeblich falschen Darstellungen ihm ihre Sicht zu äußern. Erst Mitte 2000 bekam der Verfasser von Aussteigern eine erste Version ihrer Gegendarstellung zugespielt. Nachfragen zu einzelnen Themen darin wurden von der Gruppe nie beantwortet.

Die Gruppe schreibt zum Vorwurf, bei anderen Gemeinschaften nur das Negative zu suchen:

Es geht nicht um Kritiksucht sondern um Liebe, die den anderen zeigen will, wo sie falsch gehen.

Nach menschlicher Erfahrung gibt es nicht nur Schwarz und Weiß. Bei aller Kritik vermisst man doch die Aussagen, was an den kritisierten Gemeinschaften positiv ist. Aussteiger und Personen, welche Holic-Werber erlebt haben, berichten immer wieder, dass das Gespräch sich nur um die (mitunter angeblich) negativen Aspekte der anderen Gemeinschaft dreht.

Erfreulicherweise sind die Zeiten, wo die großen "Kirchen" ihre Gegner mit Kreuzzügen, Folter, Scheiterhaufen, in milderen Fällen auch nur mit Verbannung und Enteignung verfolgt haben, nun doch schon vorbei.

Das ist die beliebte Methode der Sekten, sich gegen sachliche Kritik zu immunisieren, indem man die Person des Kritikers in negativem Licht darzustellen versucht. Auch meine Kirche hat (wie jede menschliche Institution, die über Jahrhunderte besteht) ihre dunklen Seiten. Für die kann man aber nicht die jetzt lebenden Kirchenmitglieder verantwortlich machen (genausowenig wie die jetzt lebenden Deutschen für die Taten in der langen deutschen Geschichte). Eine Person sollte man nach dem beurteilen, was sie selber tut, und nicht was ihre Vorfahren einmal getan haben.
Außerdem ist es unredlich, die geschichtliche Gestalt einer Gemeinschaft in einer viele Jahrhunderte zurückliegenden Gesellschaft mit der heutigen Gestalt einer anderen Gemeinschaft in der jetzigen Gesellschaft zu vergleichen. Aber beide Argumentationsstränge durchziehen im Prinzip die gesamten hier kommentierten Ausführungen der Holic-Gruppe. Ich werde an späterer Stelle deshalb nicht mehr darauf eingehen.
Aber eigentlich richtet sich die o.g. Stelle gegen die Gruppe selber: sie ist es, die heute ihre Mitglieder dazu bringt, ihre sozialen Kontakte zu Nichtmitgliedern abzubrechen bzw. stark einzuschränken, die Zweifler ausschließt und damit ins soziale und auch wirtschaftliche Nichts stößt (da sie durch die Gütergemeinschaft in der Gruppe nach dem Ausstieg de facto enteignet sind).

Wir haben gewiss keine Anti-Haltung gegen andere Christen, sondern im Gegenteil: Wir freuen uns über jeden Bruder, den wir kennen lernen dürfen.

Die Freude über das Kennen lernen geschieht aber doch nur, weil man einen Interessenten wittert, den man von seiner Gemeinschaft abwerben und in die eigene Gemeinschaft eingliedern kann. Es ist ja für die Gruppe nicht vorstellbar, dass jemand nach dem Kontakt mit ihrer Gruppe als aufrechter Christ in einer anderen Gemeinschaft verbleibt und dort seinen Glauben lebt.

Wir sind keine neue Kirche.

s.o. - Ein außenstehender Beobachter nimmt sie schon als eigenständige neue Gemeinschaft wahr - auch wenn er dafür nicht den Begriff Kirche gebrauchen würde.

Wir schämen uns nicht, das was Menschen früherer Generationen z.B. über Trinität, Gnadenlehre, Realpräsenz im Abendmahl etc. als richtig erkannt haben, zu übernehmen und immer wieder neu zu durchdenken. Was würde uns Herr Kluge wohl vorwerfen, wenn wir tatsächlich "theologisch kreativ" wären wie z.B. Jehovas Zeugen, ...Egal, was man macht, Herr Kluge findet es kritikwürdig.

s.o. - Es ist ein Fehler der Gruppe zu meinen, dass jede beschreibende Darstellung ihrer Lehre (hier: die Übernahme theologischer Positionen der großen Kirchen) gleich eine Kritik bedeutet.

Herrn Kluges Feststellung eines Desinteresses an theologischen Diskussionen (woher er das wohl weiß?) verträgt sich nicht ganz mit seiner Bestätigung eines recht hohen theologischen Niveaus.

Hier hat man wohl die Formulierung in meiner Darstellung missverstanden ("Von daher scheint ihr eigentliches Interesse mehr an der praktischen Lebensführung als an theologischen Diskussionen zu liegen."). Allerdings wird in den darauf folgenden Sätzen deutlich, dass es schon eine theologische Diskussion gibt, die Vorlieben der Gruppe aber auf den Themengebieten Moral, Lebensstil und Gemeindeordnung/Zusammenleben der Christen liegen. Ein weiterer Bereich von größerem Interesse ist die Aufdeckung von "Irrtümern" bei anderen christlichen Gemeinchaften und Kirchen.

In der älteren Version seiner Arbeit machte uns Herr Kluge den Vorwurf eines alttestamentlichen Gottesbildes verbunden mit einem Vergleich mit den Zeugen Jehovas. Es ist positiv, dass er diesen Vorwurf, der entweder mangelnde Kenntnis sowohl des AT als auch unserer Lehre oder einfach die Verwendung von Allerweltsvorwürfen ohne genaue Prüfung offenbarte, zurückgenommen hat.

Auch hier irrt sich die Gruppe. Der Begriff "alttestamentliches Gottesbild" wurde gestrichen, weil das von der Holic-Gruppe vertretene gesetzliche Gottesbild nicht das einzige im Alten Testament zu findende (und dort auch nicht unbedingt dominierende) Gottesbild ist. Das war ein sachlicher Fehler, der korrigiert wurde. Es heisst jetzt - wie jeder nachlesen kann: "Das Gottesbild ist - ähnlich wie bei den Zeugen Jehovas - sehr gesetzlich geprägt." Da ist von der inhaltlichen Aussage nichts zurückgenommen, sondern nur die Wortwahl präzisiert.

Wer hingegen das Streben nach Heiligung, die alle Bereiche des Lebens durchdringen soll, als "Gesetzlichkeit" bezeichnet, zeigt dadurch, dass ihm ein Leben in der Nachfolge Jesu fremd ist.

Es geht sicher nicht um das Streben nach Heiligung, das allen Christen wichtig sein sollte. Die Frage dreht sich um das "Wie". Und hier berichten die Aussteiger immer wieder von dem in der Gruppe erfahrenen Rigorismus und der Ängstlichkeit des Glaubens, ja keine Sünde zu begehen. Ich glaube, hier sprechen die authentischen Briefe und Erlebnisberichte, die man auf diesen Seiten findet, für sich.

Unser Kampf gegen Sünde entspringt nicht der Angst, Gott zu verärgern.

Eventuell gehen hier wieder Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinander. Ehemalige Gruppenmitglieder schildern immer wieder dieses angstmachende Gottesbild, das vielleicht theologisch so nicht vertreten, aber emotional in der Gruppe so erlebt wurde.

Den Vorwurf der Werksgerechtigkeit müssen wir klar zurückweisen ... Rechtfertigung aus Gnade wird nicht nur verbal vertreten.

Die Schreiber der Entgegnung mögen sogar subjektiv davon überzeugt sein. Dagegen steht aber das gemeinsame Zeugnis ehemaliger Mitglieder, die im Rückblick betrachtet das in der Gruppe erlebte Verhältnis zu Gott genau so beschreiben.

Herr Kluge verwechselt gerne Ursache und Wirkung. Wenn, wie er behauptet, ohnehin die Praxis der Gruppe vorgibt, was der Bibel gemäßer Lebensstil sei, warum beschäftigen wir uns dann, wie er uns bescheinigt, lange und intensiv mit der Bibel und insbesondere, wie er auch weiß, mit starkem Interesse an der praktischen Lebensführung?

Nach meiner Einschätzung geschieht das zur Selbstbestätigung und zur "Überzeugung" neuer Mitglieder. Ehemalige Anhänger berichten, wie z. T. auch beschrieben, die gezielte Auswahl der Bibelstellen und auch Gewichtung je nachdem, was der Gruppenpraxis eher entspricht.

Über die längeren Abhandlungen zum Erlösungsverständnis gehe ich hinweg. Es geht hier um die Beschreibung einer Sekte, nicht um die Diskussion theologischer Glaubenspositionen oder verschiedener Bibelauslegung, die - wie es in der Natur der Sache liegt - unterschiedlich sein können. Ob eine Gruppe eine Sekte ist, entscheidet sich nicht an ihrer Lehre. Hier hat jeder das Recht auf seine eigenen Glaubensinhalte. Der destruktive Charakter einer Gruppe wird an ihrer Praxis, ihrem Umgang mit Mitgliedern, Verwandten, Ehemaligen und Außenstehenden deutlich.
Zum Thema Erlösungsverständnis: In ihren Ausführungen bestätigt die Gruppe im Prinzip die auf diesen Seiten gegebene Darstellung. Man muss ihren Ausführungen aber sicher Recht geben, dass die Satisfaktionstheorie Anselm von Canterburys nicht die einzig mögliche Erklärung für das Verständnis von Erlösung ist.

Trotzdem fliehen wir nicht von der Welt.

Trotz der in ihrer Darstellung noch folgenden langatmigen Ausführungen sieht die Praxis genau so aus. Es existieren keine intensiveren menschlichen Kontakte (Freundschaften) zu Nicht-Gruppenmitgliedern. Auch von Arbeitskollegen ist immer wieder zu hören, dass die Kontakte nicht über das für die Arbeit unumgänglich Nötige hinausgingen.

Wir wollen unsere Augen nicht verschließen vor dem Positiven, das es außerhalb unserer Gemeinschaft gibt.

Das hört sich erst einmal gut an. Eine Nachfrage jedoch, was es denn konkret an positiven Dingen außerhalb ihrer Gemeinschaft gäbe, blieb ohne Antwort.

Was die kritische Betrachtung der eigenen Lehre und Forschung betrifft, sind wir uns unserer eigenen Mängel bewusst. Wir wissen, dass viele ein viel gründlicheres Wissen als wir haben, und wir sind dankbar dafür, dass wir von anderen lernen dürfen.

Auch hier wurde nachgefragt, welche konkreten Mängel sie bei sich sähen, wo andere ein gründlicheres Wissen haben und was man von anderen gelernt hat - wieder ohne jede Antwort.

Wir erwarten von anderen, dass sie offen sind für unsere Kritik und wollen uns daher auch selber nicht gegen Argumente versperren.

Das hört sich ebenfalls wieder gut an. Doch konkret nachgefragt: Gibt es eine einzige Stelle in ihrer Entgegnung, wo sie die Berechtigung der einen oder anderen geäußerten Kritik anerkannt hätten?

Es ist aber unmenschlich, wenn Eltern ihre eigenen Kinder mit Giftstoffen betäuben, entführen, in der Wohnung einsperren, an den Heizkörper fesseln, die Dokumente wegnehmen, widerrechtlich entmündigen lassen, monatelang wider deren Willen hinter Klostermauern festhalten... All das ist Geschwistern aus unserer Gemeinschaft im 20. Jahrhundert widerfahren.

Hier wird mit einem Einzelfall in Österreich (1982- auch hier kurz erwähnt) in recht polemischer Weise suggeriert, dass dies der übliche Umgang der Eltern mit ihren erwachsenen Kindern in der Holic-Gruppe sei. Das ist schlicht demagogisch.
Mit der Entmündigung spielt die Gruppe auf einen Fall aus Polen Anfang 2000 an, in der eine junge Frau von einem polnischen Gericht wegen einer psychischen Erkrankung entsprechend den polnischen Gesetzen entmündigt wurde.
Ob die anderen genannten Fakten (Heizkörper, Klostermauern, Dokumente...), die vermutlich den österreichischen Fall betreffen, korrekt sind, kann ich aus den mir vorliegenden Dokumenten nicht beurteilen.

Die eine Wahrheit spricht für sich selber und braucht die Konkurrenz des Irrtums oder von Pseudowahrheiten nicht zu fürchten.

Auch hier stellt sich natürlich sofort die Frage: Muss die "Wahrheit" aber einen Link auf kritische Seiten fürchten? Diese kontinuierliche Weigerung, dem Leser ihrer Entgegnung auch die Darstellung zugänglich zu machen, auf die sie sich ständig beziehen, zeugt von relativ wenig Vertrauen in die Überzeugungskraft der eigenen "Wahrheit".

Arbeit mit psychologischen Tricks, gruppendynamischen Effekten etc. widersprechen der Würde des Menschen und haben deswegen unter Christen nichts zu suchen.

Hier lohnt sich ein Blick in die Erinnerungen der ehemaligen Mitglieder, die gerade von diesen Dingen berichten. Zur Ehrenrettung der Sektenanhänger sei gesagt, dass diese Methoden evtl. auch unbewusst eingesetzt werden, weil man ihre "Wirksamkeit" erkannt hat, damit Menschen auf den "richtigen Weg" zu führen - und nie auf den Gedanken kommt, dass man damit manipuliert.

Wir haben immer wieder große Freude, wenn wir Christen finden, die Jesus unabhängig von unserer Gemeinschaft gefunden haben und freuen uns tief über die Einheit mit ihnen.

Solche pauschalen Aussagen schreiben sich leicht. Auch hier wäre es sicher von Interesse, wo es denn konkret solche Christen gibt und in welcher Kirche oder Gemeinschaft sie leben (ohne dass die Holic-Gruppe versucht, sie aus diesen Gemeinden abzuwerben). Und was versteht die Gruppe unter der "Einheit" wenn nicht, dass diese Menschen Mitglied ihrer Gruppe werden?

Wenn wir Christen kennen lernen, so ist die selbstverständliche Folge, dass wir uns gemeinsam um Einheit bemühen und sie auch finden.

- eine nette Umschreibung für die Abwerbung.

Unmöglich ist es jedoch, Geschwister im Glauben als Sektierer abzustempeln, was Herr Kluge macht, der uns einerseits doch irgendwie für Christen hält, uns andererseits aber als Sekte bezeichnet und nie auch nur den geringsten Versuch unternommen hat, mit uns in Einheit zu kommen.

Ich habe mehrere Briefe und E-Mails geschrieben, die alle ohne Antwort blieben.
Auch hier ist wieder bemerkenswert, wie hart ihre Urteile über andere Christen und deren Gemeinschaften ausfallen - und wie mimosenhaft sie auf Kritik reagieren, die sie selbst trifft.

Wir sehen uns NICHT als Elitegemeinschaft.

Die ganze Darlegung beweist genau das Gegenteil, z.B.: "So mussten wir nach einigen Jahren zur Kenntnis nehmen, dass es die Gemeinde der Gläubigen in unserem geographischen Raum nicht gab und dass wir nach Gottes Willen das waren, was wir woanders vergeblich gesucht haben: die Gemeinde Gottes in Wien."

Der Vorwurf, dass wir die Bibel "wie eine Art Orakel" sehen, ist nicht nur unberechtigt, sondern widerspricht auch Kluges eigener Feststellung eines "relativ hohen theologischen Niveaus". Aus diesem Kritikpunkt wird sichtbar, dass es ihm keinesfalls um objektive, hilfreiche Kritik geht, sondern um Verleumdung.

Bewusst wurde selektiv zitiert. Der volle Satz "Die Bibel wird wie eine Art Orakel gesehen, das auf jede Frage eine genaue Antwort hat." stammt von einer ehemaligen Anhängerin, die ihre Erfahrungen des Umgangs mit der Bibel in der Gruppe so beschrieben hat - was andere Aussteiger bestätigt haben. Mit dem Begriff "Orakel" meint sie aber nicht eine magische Wahrsagepraxis (was die Gruppe evtl. so missversteht), sondern das Bemühen, alle auftauchenden Fragen irgendwie mit Bibelsprüchen zu lösen - selbst wenn sie bei einem konkreten Problem als weit hergeholt erscheinen.

Die summarischen Berichte der Apostelgeschichte zeigen uns nur einige Grundprinzipien. Aber vieles müssen wir in der heutigen Situation durch eigenes Nachdenken unter der Führung des Geistes erkennen.

Wenn man der Meinung ist, dass es nicht bereits in der Bibel grundgelegt ist, wie man sich in bestimmten heutigen Situationen verhalten müsse, so würde man bei den Anhängern der Gruppe eine divergierende Praxis feststellen - Man könnte dann zu verschiedenen möglichen und aus dem Glauben verantworteten Verhaltensweisen und Reaktionen auf heutige Situationen kommen. Wenn aber nur eine bestimmte Lebensform und Gemeindeart als allein mögliche propagiert wird, setzt die Gruppe ein bestimmtes Verständnis von Bibel und wie es auf heutige Situationen angewendet werden soll, absolut.

--- Fortsetzung folgt ---